AED-Gerät am Harpolinger Rathaus

Zum Umgang mit einem AED-Gerät:

Zeit ist kostbar, bei einem plötzlichen Herzversagen können bereits nach drei bis fünf Minuten irreparable Hirnschäden auftreten, nach fünf bis acht Minuten schwerwiegende Herzschäden, nach zehn Minuten ist die Chance zur Wiederbelebung auf ein Minimum gesunken.

Die Anwendung des Defibrillators ist so einfach, dass jeder das Leben eines Kollegen, Freundes oder einer anderen Person retten kann.

Haben Sie keine Angst.

  • Das Gerät leitet Sie durch die Prozedur.
  • Alle AEDs funktionieren ähnlich.
  • Das Gerät prüft den Herzrhythmus und analysiert, ob überhaupt ein Stromstoß abgegeben werden muss.
  • Folgen Sie den weiteren Anweisungen des AEDs.

Danach beginnen Sie mit der Herz-Druck-Massage und der Beatmung. Der AED leitet Sie auch durch diese Prozedur.
Sofern Sie genügend Ersthelfer vor Ort haben, sollte jemand dem Rettungsdienst entgegen gehen und einweisen.

Hier nochmal im Überblick:

 

Wie Sie helfen können, wenn plötzlich jemand leblos zusammenbricht, zeigt dieses kurze Video.



Was ist ein AED - ein "Automatisierter Externer Defibrillator"?         

Mit mehr als 130.000 Opfern ist der plötzliche Herztod immer noch die häufigste Todesursache in der Bundesrepublik.

Verursacht wird der Tod von täglich ca. 350 Menschen durch ein unkontrolliertes unproduktives Flimmern des Herzmuskels, dem sogenannten Kammerflimmern. Ähnlich, wie bei einem elektrischen Kurzschluss, kann das Reizleitungssystem des Herzens seine Funktion nicht mehr wahrnehmen, der Herzmuskel beginnt zu flimmern und kann seine Pumpfunktion nicht mehr ausführen. Der Kreislauf bricht zusammen, lebenswichtige Körperfunktionen versagen, nach ca. 10 Minuten ist der Betroffene nur noch selten zu retten. Die Herzdruckmassage zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs und die Defibrillation des Herzens sind die einzigen effektiven Maßnahmen zur Wiederbelebung!

Mit der Basisreanimation kann zwar der Kreislauf notdürftig aufrechterhalten werden, das Kammerflimmern bleibt allerdings bestehen. Nur die elektrische Defibrillation (Entflimmerung) ist in der Lage die rhythmische Steuerung des Reizleitungssystems wieder herzustellen.

Das Verfahren der externen Defibrillation am Menschen wird seit gut 50 Jahren durchgeführt und hat in den letzten Jahren zur Entwicklung von Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED), auch Laien-Defibrillatoren geführt. 

In Deutschland sind verschiedene Geräte zugelassen, die sich alle durch eine sprachgestützte Anwenderführung und einfache Ein-, Zwei- oder Dreiknopfbedienung auszeichnen. Die Geräte verfügen über eingebaute Test- und Kontrollfunktionen, die eine korrekte Anwendung überprüfen und einen Missbrauch verhindern. Das Gerät analysiert die elektrischen Impulse des Herzmuskels und beurteilt, ob eine Defibrillation erforderlich ist oder nicht. Per Sprachanweisung wird der Anwender aufgefordert einen Elektroschock mittels Knopfdruck abzugeben, auch werden genaue Anweisungen zur Herzdruckmassage und Beatmung gegeben.

Die Automatischen Externen Defibrillatoren (AED) wurden für die Anwendung für Laien entwickelt. Mit einem Gewicht von ca. 1,5 kg kann das kleine Gerät mühelos zum Einsatzort gebracht werden. Mit eindeutigen und ruhigen Sprachanweisungen führt das Gerät durch jeden Schritt der Anwendung, einschließlich Schockabgabe und Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ein Schock kann nur bei nur bei Kammerflimmern mit Herzstillstand abgegeben werden, das Gerät analysiert mit 100%iger Sicherheit den Herzrhythmus, eine Falschbehandlung ist damit ausgeschlossen.

Empfohlen wird allerdings auf jeden Fall eine Anwenderschulung einschließlich Auffrischung der Kenntnisse über sonstige Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Steht kein Defibrillator unmittelbar zur Verfügung, muss die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Herzdruckmassage und Beatmung (30 mal drücken, 2 mal beatmen) überbrückt werden.

Nur unter sehr günstigen Voraussetzungen kann die alleinige Anwendung des AED eine erfolgreiche Wiederbelebung bewirken, grundsätzlich sind immer Herzdruckmassage und Beatmung die wesentlichen Maßnahmen, die ein Laie durchführen kann. Es sollte deshalb jeder Jugendliche und Erwachsene die lebensrettenden Maßnahmen erlernen, trainieren und regelmäßig auffrischen.

 © herzintakt | Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V., 2009-2018

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